Gelnägel oder Acrylnägel – Worin bestehen die Unterschiede?

Die Entscheidung für künstliche Fingernägel kann verschiedene Gründe haben, zum Beispiel optische oder gesundheitliche. Sind die Nägel brüchig, verfärbt oder kauen Sie an Ihren Fingernägeln, bieten Acryl- und Gel-Systeme eine gute Alternative zum Naturnagel. Sie können ihn stärken, optisch aufwerten und mit außergewöhnlicher Nailart verzieren. Doch worin unterscheiden sich die zwei Modellage-Varianten?

Gelnägel werden aus 1-komponentigen UV-Gelen modelliert, deren Auftrag idealerweise in drei Phasen durchgeführt wird. Dafür verwendet die Nageldesignerin Haft-, Aufbau- und Versiegelungsgele, die jeweils für wenige Minuten unter UV/LED-Licht aushärten müssen.

Die Nagelmodellage mit Acryl erfolgt mithilfe eines 2-komponentigen Flüssigkeits-Pulver-Systems, das unmittelbar vor der Anwendung angemischt wird. Die dabei entstehenden Bällchen werden mit einem Naturhaar-Acrylpinsel auf den natürlichen Nagel auf- und in Form gebracht. Da das Acryl-Gemisch lufthärtend ist, muss die Nageldesignerin möglichst schnell und exakt arbeiten. Nach dem vollständigen Aushärten ist ein sehr harter, aber zugleich dünner Kunstnagel entstanden.

Welche Vorteile bieten Gelnägel?

Die Frage nach den Vorteilen von Gelnägeln kommt auch im Nagelstudio immer wieder auf und beeinflusst die Entscheidung für ein bestimmtes System – abgesehen von Unverträglichkeiten – am meisten. Im Vergleich zu Acrylnägeln lassen sich Gelnägel wesentlich einfacher modellieren und sind daher auch gut für die ersten Versuche zu Hause geeignet. Ein weiterer Vorteil ist die fast geruchlose Rezeptur.

Leider bringt die Modellage von Gelnägeln auch ein paar Nachteile mit sich. Da mindestens drei Schichten aufgetragen werden müssen, um ein stabiles Nageldesign zu gestalten, sehen die gelverstärkten Fingernägel meist unnatürlich dick aus und sind dabei trotzdem nicht so stabil bzw. widerstandsfähig wie Acrylnägel. Da Gelnägel direkt mit dem natürlichen Nagel verbunden sind, wachsen sie mit diesem heraus und hinterlassen dabei eine unansehnliche Stufe. Gelnägel sind relativ unempfindlich gegen Aceton und können deshalb auch nicht damit abgelöst werden. Deshalb wird zum Entfernen ein aufwendiges Abschleifen notwendig, das unter Umständen den Naturnagel schädigen kann.

Wann müssen die künstlichen Fingernägel wieder aufgefüllt werden?

Die Haltbarkeit von Gelnägeln ist stark von verschiedenen Faktoren wie fachkompetenter Modellage, Hand- und Nagelpflege sowie Wachstumszeit Ihrer Naturnägel abhängig. In der Regel halten gut manikürte Nägel mit Gelauflage ca. 4 Wochen, bevor ein Refill – also das Auffüllen des Nagelgels – durchgeführt werden sollte. Auch wenn die Kunstnägel bis zu 60 Mal stärker sind als ihr natürliches Pendant, sollten Sie ein paar Vorsichtsmaßnahmen einhalten, um lange Freude an Ihren Gelnägeln zu haben.

Verwenden Sie Haushaltsreiniger nur mit schützenden Handschuhen. Sollen die Gelnägel lange ihren Glanz bewahren, empfehlen wir ausschließlich acetonfreien Nagellackentferner. Außerdem sollten Sie sowohl bei Natur- als auch Kunstnägeln auf eine regelmäßige Pflege mit Handcremes und Nagelöl achten – ideal für eine geschmeidige Nagelhaut und gepflegte Haut

Wie funktioniert die Modellage von Gelnägeln?

Bei der Gelmodellage unterscheiden wir drei verschiedene Verfahren:

  • Naturnagelverstärkung
  • Tip-Modellage
  • Schablonen-Modellage

Bei der ersten Variante wird das Gel direkt auf die natürlichen Nägel aufgetragen, um beispielsweise brüchige Fingernägel zu verstärken. Voraussetzung für diese Behandlung sind ausreichend lange Naturnägel. Sollen die Nägel künstlich verlängert werden, haben Sie die Wahl zwischen der Tip- und der Schablonen-Verlängerung. Im ersten Fall klebt die Nageldesignerin vorgefertigte Kunststoffnägel – sogenannte Tips – an die Naturnägel, feilt sie in die gewünschte Form und bringt anschließend das UV-Gel auf. Wird hingegen die Gelmodellage mit einer Schablone eingesetzt, gestaltet die Nageldesignerin die Verlängerung direkt auf der Schablone. Dazu wird sie bündig unter dem natürlichen Fingernagel angelegt und festgeklebt. Die Fachfrau trägt nun das Gel auf den Nagel und die Schablone auf, um die gewünschte Länge zu erreichen. Nach der Aushärtung unter UV/LED-Licht wird die Schablone abgezogen und der Nagel weiterbearbeitet.

Gelnägel selbst gestalten – eine Anleitung

Die wichtigste Voraussetzung für gelungene und haltbare Gelnägel ist eine gute Vorbereitung der Arbeitsumgebung und des Werkzeugs. Bei Emmi-Nail erhalten Sie alle Produkte und Materialien, die Sie dafür benötigen. Dazu zählen unter anderem:

  • Desinfektionsmittel
  • Zelletten
  • Pro Pusher
  • Feilen und Buffer
  • Staubbürste
  • Haft-, Aufbau- und Versiegelungsgel
  • Nagelöl und Handcreme
  • evtl. Nagelschablonen oder Tips

Im ersten Schritt werden die Hände der Kundin bzw. des Kunden desinfiziert und eine kurze Nagelanalyse durchgeführt. Spricht optisch und gesundheitlich nichts gegen die Gelnagelmodellage, können Sie mit der Vorbereitung beginnen.

Entfernen sie die Nagelhaut mit einem Pro Pusher und feilen Sie die Naturnägel in die gewünschte Form und Länge. Anschließend mattieren Sie die Nagelplatte mit einem Buffer, bis sie nicht mehr glänzt und entfernen den Nagelstaub mit einer Staubbürste. Ist eine Verlängerung gewünscht, kleben Sie nun den passenden Tip auf oder legen die Schablone an.

Jetzt können Sie mit der mindestens 3-schichtigen Modellage der Gelnägel beginnen. Tragen Sie das Haftgel hauchdünn auf den Nagel auf und härten Sie es unter dem UV/LED-Licht aus. Wichtig: Die dabei entstandene Inhibitionsschicht nicht entfernen. Verwenden Sie im zweiten Schritt das Aufbaugel. Ist ein French-Nageldesign oder eine Nailart geplant, sollte die Aufbauschicht ebenfalls sehr dünn sein und zu den Rändern hin stets dünner werdend. Nach dem Aushärten wird die Schwitzschicht diesmal mit einer in Cleaner getränkten Zellette abgenommen.

Zum Abschluss der Gelmodellage erfolgt das Feilen, Versiegeln und Pflegen der Gelnägel. Dazu wird der Aufbau der Kunstnägel in Form gebracht, sodass keine Dellen mehr zu erkennen sind. Mit dem Buffer beseitigen Sie anschließend letzte Unebenheiten. Nun tragen Sie das Versiegelungsgel auf, härten es wieder unter dem UV/LED-Gerät aus und nehmen die Inhibitionsschicht mit Cleaner ab. Das Einmassieren von hochwertigem Nagelöl in die Nagelhaut bildet das Finish der Gelnägel.